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Venezuela - langer Weg zum Wiederaufbau

, Capital-Redaktion

Trotz Chaos schmiedet die Opposition Pläne für die Zukunft. Interview mit Schattenwirtschaftsminister Guerra

Der venezolanische Ökonomieprofessor und Oppositionsabgeordnete José Guerra © dpa

Trotz massiver Repression durch die sozialistische Regierung von Präsident Nicolas Maduro arbeitet Venezuelas Opposition an einem Programm zum Wiederaufbau des Landes. Das sagte der venezolanische Ökonomieprofessor und Oppositionsabgeordnete José Guerra dem Wirtschaftsmagazin ‚Capital‘ in einem Interview (Ausgabe 10/2017; ET 21. September). „Es wäre ein nahezu kompletter Neuanfang. Das geht nicht von heute auf morgen und nur mit Hilfe aus dem Ausland“, sagte Guerra mit Blick auf die wirtschaftliche Not des Landes und mögliche Auswege aus der Krise.

Sollte die Opposition, die seit Monaten erfolglos Neuwahlen fordert, in die Regierung kommen, werde sie als erstes die horrende Inflation bekämpfen und einen Plan für die am Boden liegende Erdölförderung des Landes vorlegen, so Guerra. Im Falle einer Regierungsübernahme gilt Guerra als Kandidat für das Amt des Wirtschaftsministers.

Schwere Kritik übte Guerra im ‚Capital‘-Interview an der US-Investmentbank Goldman Sachs. Diese habe Schuldscheine des staatlichen Ölkonzerns PDVSA und damit dem Maduro-Regime zusätzliche Zeit gekauft. Zudem habe sie für die Anleihen im Wert von 2,8 Mrd. Dollar lediglich 865 Mio. Dollar gezahlt. „Goldman Sachs sucht den schnellen Dollar im Leid meines Volkes“, sagte Guerra.

Venezuela ist eines der erdölreichsten Länder der Welt, befindet sich jedoch seit Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise. Millionen Venezolaner hungern, die Inflation liegt bei mehr als 1.000 Prozent pro Jahr. Zwar verfügte die Opposition zuletzt über eine Mehrheit im Parlament, doch Präsident Maduro hat Anfang August ein neues Parlament, die „Verfassunggebende Versammlung“ berufen, und damit die Nationalversammlung entmachtet. Seither liefern sich Oppositionsanhänger in Caracas beinahe täglich schwere Straßenschlachten mit Maduro-Anhängern und Polzeikräften.

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